Hashimoto für Anfänger: Die 5 wichtigsten Basics zur Autoimmunerkrankung

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Hashimoto für Anfänger: Die 5 wichtigsten Basics zur Autoimmunerkrankung

Hashi – was? Vielleicht erinnerst du dich noch daran, als du das erste Mal von der Erkrankung „Hashimoto“ gehört hast? Vielleicht hat dir eine Bekannte oder Kollegin davon berichtet oder dein Arzt hat schnell die Diagnose gestellt, aber so wirklich schlauer bist du daraus immer noch nicht geworden?

Keine Sorge, falls du verwirrt bist! In diesem Artikel erfährst du die 5 wichtigsten Basics zu der Autoimmunerkrankung „Hashimoto Thyreoiditis“ – leicht verständlich erklärt.

1) Autoimmunerkrankung Hashimoto: Deine Schilddrüse ist entzündet und dein Immunsystem will helfen

Was ist Hashimoto Thyreoiditis? Bei Hashimoto-Thyreoiditis leidet man an einer chronischen Entzündung der Schilddrüse. Und warum ist die Schilddrüse entzündet? Dies kann eine Vielzahl von Ursachen haben. Als Folge der Entzündung reagiert dein Immunsystem mit einer Autoimmunreaktion. Hashimoto Thyreoiditis ist also eine Autoimmunerkrankung und gehört sogar zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen überhaupt.

Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Unser körpereigenes Abwehrsystem ist ständig aktiv, um uns vor Erregern wie schädlichen Bakterien oder Viren zu schützen – was super ist. Leiden wir jedoch an einer Autoimmunerkrankung, so richtet sich die Autoimmunreaktion an unseren Körper selbst bzw. spezielle Organe. Er tut das aber nicht, um uns zu schaden, sondern es ist sein Weg uns zu helfen. Dein Immunsystem bildet Antikörper im Blut, welche versuchen die Entzündung in der Schilddrüse zu stoppen

Wie bei jeder Autoimmunkrankheit können bei der chronischen Schilddrüsenentzündung unterschiedliche Symptome auftreten. Dadurch wird die Krankheit oft erst relativ spät erkannt.

Hashimoto ist nach dem japanischen Chirurgen und Pathologen Hakaru Hashimoto benannt. Er verfasste 1912 den ersten Beitrag zu der bis dahin unbekannten Krankheit. Damit sollte er die Medizin revolutionieren, was allerdings erst nach seinem Tod deutlich wurde.² Die Hashimoto-Krankheit wird auch als chronisch lymphozytäre oder Autoimmun-Thyreoiditis (AIT) bezeichnet

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2) Frauen erkranken circa 10 x häufiger als Männer an Hashimoto

Hashimoto beginnt meist schleichend. Dadurch werden auftretende Symptome zu Beginn oftmals mit anderen Ursachen in Verbindung gebracht.

Wer ist besonders gefährdet an Hashimoto zu erkranken?

Als Frau hat man ein deutlich höheres Risiko, daran zu erkranken. Frauen erkranken sogar 10 x häufiger an Hashimoto Thyreoiditis als Männer.³ Hierfür gibt es unterschiedliche Gründe. Meiner Erfahrung nach spielen die Einnahme der Antibabypille oder andere hormonelle Verhütungsmethoden, lange Diätphasen (Low Carb, Clean Eating, vegane Ernährung) und Stress eine große Rolle.

>> Hier kannst du noch mehr erfahren über den Zusammenhang zwischen hormonellen Verhütungsmitteln und wie sie auf die Schilddrüse wirken.

Mit Hashimoto können außerdem noch weitere Autoimmunerkrankungen oder ungewöhnliche Beschwerden verbunden sein. Dazu gehören:⁴

  • Vitiligo (Weißfleckenkrankheit): es bilden sich helle Flecken auf der Haut
  • Mangel an Vitamin B12: durch Störungen der Magenfunktion nimmt dieser weniger davon auf
  • Zöliakie: auch einheimische Sprue genannt, eine Form der Glutenunverträglichkeit
  • Morbus Addison: Störungen der Nebennierenfunktion, i. d. R. Unterfunktion
  • Diabetes mellitus Typ 1 oder 2: Stoffwechselentgleisungen können negative Auswirkungen auf endokrine Funktionen haben⁵

Als endokrin werden Organe wie die Schilddrüse bezeichnet, die ihre Hormone direkt an das Blut abgeben. Die ersten Anzeichen für Hashimoto sind oft sehr unspezifisch. Bei Störungen bedingen sich die unterschiedlichen Organsysteme gegenseitig. Beschwerden treten dann an anderer Stelle auf, als man es erwartet.

Wie verbreitet ist die Autoimmunerkrankung der Schilddrüse?

Hashimoto zählt in Deutschland schon fast als Volkskrankheit. Es wird vermutet, dass 8 Millionen Deutsche an der Autoimmunerkrankung der Schilddrüse leiden.⁶ Mehr als drei Viertel aller Betroffenen wissen eventuell (noch) gar nicht, dass sie unter Hashimoto leiden, sodass die Dunkelziffer vermutlich noch viel höher liegt.

3) Sowohl Überfunktion als auch Unterfunktion der Schilddrüse ist möglich

Wie fühlt sich Hashimoto an? Woher weiß ich, dass ich Hashimoto habe? Wie äußert sich die Krankheit Hashimoto?

Da man als Frau ohnehin schon einem höheren Hashimoto-Risiko ausgesetzt ist, lohnt es sich, bei entsprechenden Beschwerden an die Krankheit zu denken. Dabei kann sich die Erscheinung je nach Geschlecht und Alter unterscheiden.

Hashimoto verläuft wie die meisten Autoimmunkrankheiten schubweise. Während eines Schubs unterscheiden sich die Beschwerden von denen der schubfreien Zeiträume.

Bei einem Schub ist es typisch, dass es zu Phasen mit einer Unter- oder Überfunktion kommt. Die Probleme beider Formen der Funktionsstörung können aber auch relativ zeitgleich auftreten. Das macht die Diagnose so schwierig. Die Krankheitsschübe können durch sogenannte Trigger verstärkt werden. So können Stress oder eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten einen solchen Schub auslösen, während man sich in der schubfreien Zeit manchmal sogar nahezu beschwerdefrei fühlt.

>> Hier findest du mehr Infos wie du deine Schilddrüse durch schilddrüsenfreundliche Lebensmittel stärken kannst (nicht nur während eines Schubs).

Wie äußert sich die Krankheit Hashimoto? Welche Symptome sind häufig?

Es können sowohl Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion als auch einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten. Während es auch zu Überfunktions-Symptomen kommen kann, fühlen sich die meisten Hashimoto-Betroffenen eher schlapp und müde (Unterfunktion). Im weiteren Verlauf verstärken sich diese oder es kommen neue Anzeichen hinzu. Folgende Beschwerden können auf eine Hashimoto-Erkrankung hindeuten:

  • Probleme mit der Haut wie Trockenheit, Akne oder spröde Lippen
  • Haarausfall oder anderweitige Veränderung der Haare (z. B. dünner, brüchig, matt)
  • Gewichtsveränderungen (je nach Funktionsstörung Zu- oder Abnahme)
  • Ungewöhnliches Frieren oder Zittern, aber auch starkes Schwitzen und Herzrasen
  • Bei Frauen: Zyklusstörungen und Veränderung der Menstruation

Woher weiß ich, dass ich Hashimoto habe?

Hashimoto Thyreoiditis wird in der Regel bei der Kontrolle der Blutwerte von deinem Arzt diagnostiziert. Bei Überprüfung der Blutwerte können sich dann Antikörper gegen die thyreoidale Peroxidase (TPO-AK) oder gegen Thyreoglobulin (Tg-AK) finden. An der Konzentration dieser Antikörper lässt sich allerdings nicht die Einschränkung der Schilddrüsenfunktion ablesen, also ob deine Schilddrüse in der Über- oder Unterfunktion ist.

Die Blutwerte unterliegen im Krankheitsverlauf verschiedenen Schwankungen. Es ist durchaus möglich, normale Hormonwerte und gleichzeitig erhöhte Antikörperwerte zu haben. Neben den Antikörpern und dem TSH-Wert, sollte dein Arzt auch die Schilddrüsenhormone T3 und T4 überprüfen und ein Ultrachall durchführen, um Größe und Struktur der Schilddrüse zu überprüfen.

>> Hier kommst du zu meinen Top-Tipps, wie du den richtigen Schilddrüsenarzt für dich finden kannst.

Wie fühlt sich Hashimoto an?

Die autoimmune Hashimoto Thyreoiditis kann ganz verschiedene Symptome hervorrufen. Deswegen ist es nicht möglich, pauschal zu sagen, wie sich die Erkrankung anfühlt. Betroffene berichten oft, dass sie sich bereits vor der Diagnose sicher waren, dass etwas nicht in Ordnung ist. Gerade als Frau um die 50 sollte man genau auf Beschwerden achten, denn hier wird Hashimoto oft übersehen.

Typische Hashimoto-Symptome werden oft mit den Problemen verwechselt, die die Wechseljahre mit sich bringen – also zum Beispiel Hitzewallungen oder Antriebsschwäche. Auch Jüngere können unter solchen Einschränkungen leiden, was oft auf die Geschlechtshormone geschoben wird. Als Frau mit unerfülltem Kinderwunsch sollte man abklären lassen, ob es vielleicht an Hashimoto liegen könnte. Eine Unter- oder Überfunktion kann auf die Fruchtbarkeit wirken. Bei richtiger Behandlung ist es aber durchaus möglich, gesunde Kinder zur Welt zu bringen.

Weil man jedoch natürlich nicht nur als Frau eine Autoimmunerkrankung entwickeln kann, sollten auch Männer auf die Anzeichen achten. Meistens beginnt die Krankheit mit einem ähnlichen Beschwerdebild wie einer Schilddrüsenüberfunktion und kippt dann in die Unterfunktion.

An der Schilddrüse selbst oder im Bereich des Halses fühlt man bei Hashimoto häufig keine Schmerzen – erst bei einem sehr starken Autoimmunangriff spürt man diesen auch an der entsprechenden Stelle.

Es gibt auch Formen einer Schilddrüsenentzündung, die nicht chronisch sind wie Hashimoto. Wer also starke Schmerzen im Bereich des Organs verspürt, leidet vermutlich unter einer subakuten oder akuten Schilddrüsenentzündung (akute Thyreoiditis). Diese sind aber genauso ernst zu nehmen wie die chronische Autoimmunvariante Hashimoto. Man vermutet, dass diese Formen der Entzündung ebenfalls Hashimoto auslösen können.

4) Die Schilddrüse kann durch Hashimoto schrumpfen

Bei Hashimoto gibt es zwei verschiedene Verlaufsformen, die die Größe der Schilddrüse verändern können:

  • Atrophe Form
    • Bei der atrophen Form werden Schilddrüsenzellen zerstört. Das Immunsystem greift die Schilddrüse so sehr an, dass das Organ kleiner und kleiner wird. Wichtige hormonbildende Zellen werden zerstört
  • Hypertrophe Form
    • Bei der hypertrophen Form vergrößert sich die Schilddrüse stattdessen und ein Kropf (Struma) entsteht

In Deutschland ist die atrophe Form deutlich verbreiteter, d.h. die meisten Betroffenen haben eher eine zu kleine Schilddrüse. Die hypertrophe Form ist seltener, wird aber aufgrund des Kropfes oft schneller diagnostiziert.

>> Hier erfährst du mehr über die durchschnittliche Größe und Form einer Schilddrüse.

5) Die wahren Ursachen von Hashimoto

Diagnose Hashimoto? Und was jetzt?

Die Standard-Therapie bei 99 % der Betroffenen, die unter Hashimoto und Schilddrüsenunterfunktion leiden, ist die Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten wie L-Thyroxin. L-Thyroxin ist die künstliche Form des Schilddrüsenhormons T4, was normalerweise von der Schilddrüse selbst hergestellt und in Leber und Darm zum aktiven Schilddrüsenhormon T3 umgewandelt wird.

Manche Betroffene spüren eine Verbesserung durch die Einnahme, aber leider nicht alle. Viele Frauen berichten mir immer wieder, dass sie trotz gut eingestellter Schilddrüsenmedikamente immer noch unter Symptomen wie langsamer Stoffwechsel, Haarausfall, ständige Müdigkeit, Periodenprobleme uvm. leiden.

Dies liegt daran, dass die reine Einnahme von künstlichen Schilddrüsenhormonen die Ursache nicht auflöst, warum das Hashimoto entstanden ist.

Warum ist meine Schilddrüse entzündet? Eine chronische Entzündung der Schilddrüse entsteht oft im Laufe des Lebens aufgrund von sich ändernden Lebensumständen. Ich habe noch von keinen Fällen gehört, dass Neugeborene mit Hashimoto Thyreoiditis auf die Welt kommen.

Was jedoch sehr oft vorkommt, dass der Körper zunächst eine Unterfunktion der Schilddrüse entwickelt (oft auch unentdeckt), andere Erkrankungen wie Nebennierenschwäche, PCOS, Darmerkrankungen folgen und aufgrund von Stress (Cortisol) und Mangelernährung kann ein Ungleichgewicht von Östrogen zu Progesteron (Östrogendominanz) entstehen.

Diese Östrogendominanz kann dann wiederum zum Entstehen einer Autoimmunreaktion führen.⁷ Hier ist eine andere Drüse involviert, die Thymus-Drüse, welche das Immunsystem steuert.⁸ Ein Ungleichgewicht an Östrogen zu Progesteron kann sowohl die Thymus-Drüse blockieren als auch die B-Zellen des Immunsystems dazu anregen, Hashimoto-Antikörper zu bilden.

“While this is happening [degeneration of the thymus gland], the B cells, which normally are under the control of the thymus cells, are not killed by estrogen, and actually seem to be stimulated by estrogen to produce certain types of antibodies, but they are more likely to produce autoimmune antibodies.” (Dr. Ray Peat, amerikanischer Hormonforscher)

Die Entzündung der Schilddrüse (Hashimoto Thyreoiditis), ausgelöst durch hohe Cortisol- und Östrogenlevel können sowohl durch interne als auch externe Faktoren verstärkt werden:

  • interne Faktoren
    • schilddrüsenunfreundliche Ernährung (z.B. viele Phytoöstrogene, schwer verdauliche Nahrung)
    • Mangelernährung & Diäten (zu wenige Kalorien, Low Carb, Ketose, vegane Ernährung, Mangel an fettlöslichen Nährstoffen wie Vitamin A, Vitamin E…)
  • externe Faktoren
    • Umweltgifte (z.B. Xenoöstrogene aus Parfum, Möbeln, Kleidung)
    • psychischer Stress
    • mangelndes Licht oder falsche Lichtfrequenzen (Verhältnis von Blaulicht zu Rotlicht)

In meinen Coachings liegt der Fokus darauf, die Schilddrüse wieder auf gesunde Weise in Balance zu bringen, die Umwandlung der Schilddrüsenhormone in die aktive Form zu verbessern (auch wenn keine Schilddrüse mehr da ist), das Verhältnis von Progesteron zu Östrogen zu verbessern und damit die Entzündung der Schilddrüse abzumildern, sodass die Antikörper sinken und noch viel wichtiger die Symptome verschwinden können.

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Verwendete Studien:

¹ Mincer, D. L., & Jialal, I. (2020): Hashimoto Thyroiditis. In StatPearls. StatPearls Publishing.

² Schuchart,S.(2017): Medizingeschichte: Berühmte Entdecker von Krankheiten – Hakaru Hashimoto war seiner Zeit weit voraus. Dtsch Arztebl, 114(3), 128.

³ Pilz, S. et al. (2020): Hypothyreose: Guidelines, neue Erkenntnisse und klinische Praxis.

⁴ DGE(2021): Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto-Thyreoiditis). Zugriff am 30.05.2021.

⁵ Schumm-Draeger, P.M. (2016): Schilddrüse und Diabetes: Interaktion wird unterschätzt. Dtsch Arztebl, 113(43), pp. 4-8.

⁶ Flechtenmacher, C. (2012): Hashimoto-Thyreoditis.

⁷ Wang, S H et al. (2000): 2-Methoxyestradiol, an endogenous estrogen metabolite, induces thyroid cell apoptosis. Molecular and cellular endocrinology, 165,1-2, pp. 163-72.

⁸ Chaudhry, M. S. et al. (2016): Thymus: the next (re)generation. Immunological reviews, 271,1, pp. 56-71.

Hannah Hauser_Ernährung

Hey,

ich bin Hannah

Als studierte Ernährungswissenschaftlerin helfe ich Frauen, die aufgrund ihrer Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto unter ständiger Müdigkeit, Zyklusproblemen, Haarausfall, ständigem Frieren oder überflüssigen Pfunden leiden, sich endlich wieder wohl in ihrem Körper zu fühlen.

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