Schilddrüsenknoten: Wie du einen Knoten erkennst und was bei Beschwerden zu tun ist

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Schilddrüsenknoten

Schilddrüsenknoten sind sehr häufig. In Deutschland weisen ca. 25 % der 18- bis 65-Jährigen Knoten  > 0,5 cm in der Schilddrüse auf. Oft bleiben sie unerkannt. Vielen Frauen fallen diese erst auf, wenn sie Beschwerden verursachen.

Was sind das für Beschwerden? Wie erkenne ich einen Knoten? Was bedeuten diese Knoten für meine Schilddrüse? Und was ist der Unterschied zwischen heißen und kalten Knoten und was kann ich dagegen tun? Diese Fragen klären wir jetzt!

Definition: Knoten an der Schilddrüse

Was sind Knoten eigentlich?

Bei den Knoten handelt es sich meistens um Gebiete in der Schilddrüse, in denen sich die Schilddrüsenzellen vergrößern und/oder vermehren. Häufig werden die Knoten mit dem sogenannten “Kropf/Struma” verwechselt (hierbei ist allerdings das gesamte Organgewebe vergrößert).

Worin unterscheiden sie sich? Was sind heiße Knoten und kalte Knoten?

Es wird zwischen heißen und kalten Knoten unterschieden – das hat allerdings nichts mit der Temperatur zu tun. Es geht vielmehr um die Aktivität der Knoten bei der Hormonsynthese.

  • Heiße Knoten: sind sehr stoffwechselaktiv und können eine Überfunktion auslösen
  • Kalte Knoten: sind hingegen Bereiche der Schilddrüse, die nicht mehr arbeiten, wie Narbengewebe oder Verkalkungen
Unterschied kalter Knoten vs. heißer Knoten

Jetzt fragst du dich sicherlich: Warum entstehen diese Knoten in der Schilddrüse?

Ursachen für die Entstehung und Symptome

Gibt es für die Entstehung von Schilddrüsenknoten eine Ursache?

Lange wurde vermutet, dass die Schilddrüsenknoten aufgrund eines Iod-Mangels entstehen. Das ist allerdings mittlerweile widerlegt! Du solltest also nicht einfach wild Iod supplementieren. Es ist (leider) etwas komplizierter als bisher angenommen wurde. Über Iod habe ich bereits einen ausführlichen Blog-Artikel hier für dich verfasst: Jod bei Hashimoto: Muss ich Jod wirklich meiden?

Wie so häufig gibt es in unserem Körper viele Ursachen für eine bestimmte Erkrankung. Es gibt zahlreiche Studien die darauf hinweisen, dass zum Beispiel eine Östrogendominanz an der Entstehung von Schilddrüsenknoten beteiligt ist. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben z. B. kann es sein, dass dein Körper sich nicht von dem überschüssigen Östrogen “befreien” kann. Er wird es also ohne Unterstützung nicht los.

Östrogen kann in deinem Körper vor allem auf zwei Wegen einen Effekt haben:

  1. Östrogen erhöht das schilddrüsenstimulierende Hormon (TSH)
  2. Östrogen hemmt die proteolytischen Enzyme (diese Enzyme sind wichtig für die Verarbeitung von Eiweißen), die es der Schilddrüse ermöglichen, Schilddrüsenhormone freizusetzen

Du siehst also Knoten entwickeln sich nicht einfach so, sondern oft steckt eine Ungleichgewicht im Körper dahinter, welches es zu lösen gilt. Dazu kommen wir gleich! Vorher sprechen wir noch einmal darüber, woran du die Knoten erkennen kannst.

Wodurch merke ich, dass ich einen Schilddrüsenknoten habe? Welche Symptome verursachen Knoten in der Schilddrüse?

Knoten können vollkommen unauffällig sein. Ab einer gewissen Größe kannst du den Knoten z. B. beim Schlucken bemerken. Das hat nicht unbedingt etwas zu bedeuten, es kommt immer auf den Einzelfall an.

Schilddrüsenknoten können auch eine Über- oder Unterfunktion auslösen oder damit in Zusammenhang stehen. Bei einer Überfunktion ist häufig der Stoffwechsel beschleunigt, was beispielsweise Unruhe, Nervosität und Gereiztheit auslöst. Mit einer Unterfunktion verhält es sich in der Regel genau andersherum: Du fühlst dich dann eher häufig müde, bist antriebslos und dein Stoffwechsel verlangsamt sich. Daher löst die Unterfunktion oft eine Gewichtszunahme aus oder erschwert die Gewichtsabnahme.

Unabhängig davon, ob du einen Knoten ertasten konntest, solltest du bei folgenden Symptomen aufmerksam werden (diese können z. B. auf eine Überfunktion hinweisen):

  • Unruhezustände und Herz-Kreislauf-Probleme
  • Ungewöhnliche Gewichtszunahme oder -veränderung
  • Beschwerden beim Schlucken und häufige Heiserkeit
  • Starkes Schwitzen in Ruhe bzw. ungewöhnliche Hitzewallungen
  • Magen-/Verdauungsprobleme sowie Durchfall oder Verstopfung

Aber auch wenn du eher das Gegenteil von den oben beschriebenen Symptomen hast (also eher müde bist, dich schlapp fühlst, Antriebslosigkeit verspürst oder du nicht Abnehmen kannst oder ohne Grund zunimmst) solltest du einen Blick auf deine Schilddrüse werfen. Das können z. B. Symptome für eine Unterfunktion sein.

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Ab welcher Größe ist ein Knoten in der Schilddrüse gefährlich?

Es kann nicht pauschal nach der Größe entschieden werden, ob ein Knoten gefährlich ist oder nicht. Wichtig ist es herauszufinden, ob es sich um gutartiges oder bösartigen Gewebe handelt. Bösartige Veränderungen sind glücklicherweise selten.

Wenn sich die Schilddrüse stark vergrößert, können sich neben Knoten auch ein Kropf/Struma bilden. Dieser Kropf wird am Anfang oft mit einem Knoten verwechselt oder entwickelt sich aus den entsprechenden Verdickungen. Jede Veränderung der Schilddrüse sollte ärztlich abgeklärt werden. Auch wenn Schilddrüsenkrebs vergleichsweise selten ist und als gut behandelbar gilt, stellt eine solche Entwicklung eine Möglichkeit dar.

Behandlung der Schilddrüsenknoten

Wie werden Knoten in der Schilddrüse behandelt? Muss ich das immer operieren?

Erst einmal das Gute vorweg: Nicht jeder Knoten in der Schilddrüse muss auch immer sofort operiert werden. Die Behandlung des Knotens unterscheidet sich und ist abhängig von der Größe und dem Typ. Mit dem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass es einen Knoten an der Schilddrüse gibt. Viele Knoten sind harmlos. Es wird sogar davon ausgegangen, dass die meisten Operationen nicht zwingend notwendig sind. In Deutschland werden Eingriffe an der Schilddrüse 4-6 Mal häufiger durchgeführt als in anderen Industrienationen. Wenn dein Knoten keine Probleme macht oder bösartig ist, kann es also sein, dass entschieden wird, diesen nicht zu behandeln. Stattdessen wird dieser dann regelmäßig untersucht.

Bösartige Veränderungen sind glücklicherweise eher selten. Allerdings kann sich auch ein gutartiger Knoten in einen bösartigen verwandeln.

Das Behandlungsspektrum ist sehr weit gestreut. Heutzutage werden vielfältige Möglichkeiten empfohlen, um die Knoten der Schilddrüse zu therapieren. Ein Überblick der Methoden, die dir beim Arzt empfohlen werden:

  • Verschreibungspflichtige Medikamente: je nach individuellem Beschwerdebild werden z. B. mit Perchlorat, Thioharnstoffderivaten (Thionamide wie Carbimazol und Thiamazol) oder Thyreostatika empfohlen
  • Radiojodtherapie: Standardtherapie bei heißen Knoten, um eine Überaktivität einzudämmen und unerwünschtes Schilddrüsengewebe abzuschalten
  • Operation (Resektionsverfahren): bei bösartigen Knoten, die zwingend entfernt werden müssen, um weitere Folgen wie z. B. Krebs zu vermeiden
  • Ultraschall- und Echotherapie: als Alternative zur Verkleinerung von Knoten und Schilddrüsengewebe, ohne einen Schnitt setzen zu müssen
  • Hitzebehandlung (Thermoablation): gehört streng genommen zu den Ultraschalltherapien und bietet sich bei gutartigen Knoten an

Finde die Ursache heraus, warum deine Schilddrüse Knoten bildet und bringe deine Hormone wieder auf natürliche Weise in Balance

Die oben genannten Verfahren der Therapie schauen leider nicht, warum die Schilddrüse angefangen hat, Knoten zu bilden. Und so kommt es oft vor, dass der Knoten zwar operativ entfernt wird, aber sich der nächste direkt wieder bildet, weil man die Ursache für die Knotenbildung nicht angegangen ist. Man entfernt das vermeintliche Problem, aber schaut nicht, was die Wurzel des Problems ist, denn deine Schilddrüse hat immer einen Grund, warum sie ihre Strukturen verändert.

Eine von vielen möglichen Ursachen können eine Östrogendominanz (zu viel Östrogen im Verhältnis zu Progesteron) oder falsche Ernährung sein. Fehlen deiner Schilddrüse wichtige Nährstoffe oder ist dein Stoffwechsel durch falsche Diäten im Stress-Modus, so versucht deine Schilddrüse durch Maßnahmen wie Knotenbildung gegen zu regulieren. Es ist ihre Art, etwas zu tun, weil sie sich nicht besser zu helfen vermag.

Du willst deine Schilddrüse unterstützten, sodass sie wieder in ihr natürliches Gleichgewicht kommt und die Ursache hinter der Knotenbildung ein für alle mal auflösen? Dann bewirb dich jetzt für einen Platz in meinem Schilddrüsen-Coaching.

Verwendete Studien:

BDN (2018). Volkskrankheit Schilddrüsenknoten. Pressemitteilung. (abgerufen am 14.06.2022)

BDI (2021). Was ist Schilddrüsenkrebs?. Online-Ressource. (abgerufen am 22.06.2022)

BDI (2018). Schilddrüsenknoten schonend entfernen. Online-Ressource. (abgerufen am 16.06.2022)

Kim MH, Park YR, Lim DJ, Yoon KH, Kang MI, Cha BY, Lee KW, Son HY. (2010) The relationship between thyroid nodules and uterine fibroids. Endocr J. 2010;57(7):615-21. doi: 10.1507/endocrj.k10e-024.

Manole D, Schildknecht B, Gosnell B, Adams E, Derwahl M. (2001) Estrogen promotes growth of human thyroid tumor cells by different molecular mechanisms. J Clin Endocrinol Metab. 2001 Mar;86(3):1072-7. doi: 10.1210/jcem.86.3.7283.

Hey,

ich bin Hannah

Als studierte Ernährungswissenschaftlerin helfe ich Frauen, die aufgrund ihrer Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto unter ständiger Müdigkeit, Zyklusproblemen, Haarausfall, ständigem Frieren oder überflüssigen Pfunden leiden, sich endlich wieder wohl in ihrem Körper zu fühlen.

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