Hormonfreie Verhütung Schilddruese
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Hormonfreie Verhütung: Die bessere Alternative für deine Schilddrüse!

Hormonfreie Verhütung ist nicht nur essentiell für deine natürliche Schilddrüsenhormonbalance, sondern auch viel sicherer als die meisten Frauen denken. Nach der Veröffentlichung des Beitrags über die 3 Gründe, warum die Pille deine Schilddrüse aus der Balance bringen kann, haben mich viele Fragen zum Thema „hormonfreie Verhütung“ von euch erreicht.

Eine absolute Expertin im Bereich „hormonfreier Verhütung“ ist Maggie von „We are the ladies“. Maggie verhütet schon seit 2012 auf diese Weise und wurde immer wieder von Freundinnen und Bekannten gefragt: Wie machst Du das eigentlich? Was brauche ich dafür und worauf muss ich achten?

Deshalb entschied sich die jetzt 37-jährige ihren Job als freie Journalistin aufzugeben und hilft seitdem mit ihrem Blog zum Thema „Hormonfreie Verhütung“ und „Kinderwunsch“ zahlreichen Frauen, die hormonfreie Verhütung zu erlernen, ihren Zyklus zu tracken und damit den Kinderwunsch um ein vielfaches zu vereinfachen. Sie selbst ist zweimal direkt im 1. Wunschzyklus geplant schwanger geworden und verrät all ihre Tipps und Tricks auf ihrem Blog www.wearetheladies.de

In unserem Interview habe ich erfahren, dass hormonfreie Verhütung wie z.B. NFP genauso sicher sein kann wie die Pille oder die Kupferspirale und auf was man als Frau unbedingt achten sollte, wenn man es erlernen möchte.

Hallo Maggie, danke, dass du dir die Zeit für die Fragen meiner Community zum Thema „hormonfreie Verhütung“ nimmst. Eine oft gestellte Frage lautet:

„Was gibt es denn alles für hormonfreie / natürliche Verhütungsmethoden?“

Es gibt erstaunlich viele hormonfreie Verhütungsmethoden, zum Beispiel kupferbasierte Methoden wie Kupferspirale oder Kupferball, Diaphragmen, Kondome, Spermizide, Portiokappen, die Kalendermethode oder NFP. NFP wiederum ist der Oberbegriff für viele verschiedene natürliche Verhütungsmethoden, die auf der Beobachtung von Körpersymptomen basieren. Hier ist die symptothermale Methode nach Sensiplan eine der sichersten und daher auch am meisten verbreitet im deutschsprachigen Raum.

Ich selbst wende diese Methode seit 2012 erfolgreich an und habe sie außerdem zwei mal „umgedreht“ um gezielt schwanger zu werden: Auch das hat jeweils direkt im 1. Wunschzyklus geklappt.

„Ich kenne bisher nur NFP und fand es kompliziert. Gibt es auch einfache Methoden? Wie viel muss ich dabei beachten?“

Es gibt nicht DIE eine NFP-Methode sondern viele verschiedene, die sich auch in Sachen Sicherheit unterscheiden. Die bekannteste aber ist NFP nach Sensiplan und diese wird oftmals als kompliziert wahrgenommen, das stimmt. Das ist ganz normal und so dachte ich anfangs auch. Es ist einfach viel Neues, was da auf einen zukommt, wenn man NFP anwenden möchte. Aber mit der Zeit wird es immer besser, einfacher und es macht außerdem sehr viel Spaß so viel über seinen eigenen Körper und Zyklus zu lernen – versprochen!
Es gibt zudem viele moderne Zyklustools, die bei NFP unterstützen können. Dennoch sollte die Methode immer vorab erlernt und der eigene Verstand niemals ausgeschaltet werden. Gern helfe ich Anfängerinnen beim Lernprozess und unterstütze sie auch darüber hinaus beim Praktizieren der Methode
Grundsätzlich gibt es die Methodenregeln zur Auswertung der Basaltemperatur und des Zervixschleims zu beachten, dazu die Ausnahmeregeln. Fehlen dürfen auch nicht die Basics, also zum Beispiel das Wissen über die verschiedenen Phasen im Zyklus und darüber, wie ich meine Temperatur korrekt messe, wann und wie lange. Darüber hinaus sollte man sich dem großen Thema Störfaktoren widmen und was dabei zu beachten ist.

„Was hältst du von Temperaturtrackern, die über Nacht eingeführt werden? Was hältst du von Trackle?“

Ich persönlich halte nicht viel von Trackle, weil hier aus meiner Sicht sehr fragwürdiges Marketing betrieben wurde und wird. Dennoch ist es für einige Frauen hilfreich und einfacher die Temperatur mittels nächtlichem Sensor zu messen – die klassische NFP-Methode ist dies jedoch nicht. Denn im Regelwerk wird von der morgendlichen Aufwachtemperatur ausgegangen und nicht vom tiefsten nächtlichen Temperaturwert oder gar einem Durchschnittswert, den die Sensoren ermitteln. Ich finde andere Zyklustracker, die nur ein mal am Morgen verwendet werden müssen, viel einfacher in der Handhabung. Ich selbst möchte außerdem kein technisches Gerät in mir tragen.

Einige Frauen haben geschrieben, dass sie Angst haben, dass sich durch das Absetzen der Pille ihre Akne verschlimmert, Stimmungsschwankungen verstärken etc. Hast du hier Tipps? Werden Symptome bei der natürlichen Verhütung auch getrackt?

Ich kann diese Angst sehr gut nachvollziehen und leider ist es tatsächlich so, dass das Absetzen der Pille oftmals nicht ohne lästige Nebenwirkungen einher geht. Dennoch sind diese von Frau zu Frau sehr verschieden und dauern zudem unterschiedlich lange, sodass hier niemals pauschalisiert werden kann.
Ich finde es nicht nötig, den Zyklus gleich wieder regulieren und alles normalisieren zu wollen, sondern bin Verfechterin davon, dem Körper die Zeit zu geben, die er braucht um wieder von ganz allein ins Gleichgewicht zu kommen. Den größten Tipp, den ich somit geben kann ist: Geduld haben!
Wenn die Nebenwirkungen aber zu sehr auf die Psyche schlagen, dann sollte ärztlicher Rat hinzugezogen werden. Ich selbst hatte zum Beispiel sehr lange mit unreiner Haut nach dem Absetzen zu kämpfen und habe mir hier auch Hilfe geholt. Mittlerweile habe ich mein Geheimrezept gefunden und wieder reine Haut, dazu habe ich einen Ratgeber geschrieben. Auch auf meinem Blog habe ich viele Tipps zum Thema Nebenwirkungen gesammelt, zum Beispiel was man gegen den Haarausfall tun kann
Man kann fast alle Symptome mittlerweile in vielen Zyklusapps tracken, wenn man diese dokumentieren möchte.

„Wie sicher sind hormonfreie Verhütungsmethoden? Pille hat ja einen sehr hohen Pearlindex. NFP wirklich so sicher?“

Zunächst einmal: Der Pearl Index stammt aus dem Jahre 1933 (!) und ist aufgrund seiner vielen Schwachstellen längst überholt. Mittlerweile wird die Sicherheit einer Verhütungsmethode nicht mehr als reiner PI angegeben, sondern in Methoden- und Anwendersicherheit unterteilt. Erstere beziffert die Sicherheit einer Methode bei absolut korrekter Anwendung und wird daher auch als perfect use bezeichnet. Die Anwendersicherheit hingegen bildet die Sicherheit unter den normalen, täglichen Umständen ab und wir auch als typical use bezeichnet.
Je niedriger ein Wert, desto sicherer die Methode. Bei der Pille liegt die Methodensicherheit bei 0,3 aber ihre Anwendersicherheit wird mit 6 bis 8 angegeben. Hier spielen vor allem Vergesslichkeit, Erbrechen, Durchfall und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eine große Rolle und führen zu diesem ernüchternden Ergebnis des typical use.
NFP nach Sensiplan erreicht bei der Methodensicherheit fast den gleichen Wert wie die Pille (0,4) aber schlägt diese bei der Anwendersicherheit um Längen: 1,6 bis 3 statt 6 bis 8!
Da der typical use vollkommen in der Hand der Anwenderin liegt, ist es besonders wichtig, die NFP-Methode gründlich zu erlernen und sich nicht einfach ein Zyklustool zu kaufen und sich nur darauf zu verlassen! Aus meiner langjährigen Beratungserfahrung kann ich versichern: das geht früher oder später schief.
Ich habe daher eine eBook verfasst, das die Methodenregeln so einfach wie nur möglich erklärt und viele anschauliche Beispiele enthält. Alle Leserinnen profitieren außerdem bei Bedarf von meinem persönlichen Support.

„Wie kann ich mit meinem Mann am besten darüber reden?“

Ich würde das Thema Verhütung ganz offen ansprechen und deutlich machen, dass es beide etwas angeht! Im Internet gibt es viele Seiten, um sich in NFP einzulesen, u.a. meine Website, vielleicht schickst Du Deinem Mann einfach mal den Link und er kann sich ein wenig umschauen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich außerdem: Männer lieben Technik. Meinen Mann konnte ich damals mit der Anschaffung eines Zykluscomputers überzeugen. Wir haben uns die Kosten dafür 50/50 geteilt und beschlossen so lange durchgehend mit Kondomen zu verhüten bis wir der Sache trauen. Das ging erstaunlich schnell und mittlerweile ist das Thema Verhütung keines mehr bei uns, weil wir beide mit der Methode total zufrieden sind und wissen wie gut sie funktioniert.

„Wer kann mich dazu beraten?“

In einigen Städten gibt es NFP-Berater, die Kurse geben. Falls das nicht in Frage kommt, dann übernehme ich gern die Beratung. Ich beantworte alle Fragen zum Thema, helfe beim Umstieg von der Pille auf NFP und unterstütze beim Auswerten von Zykluskurven. Diesen Service biete ich allen Leserinnen meines eBooks an.

Vielen herzlichen Dank für das spannende Interview, Maggie. Wenn ihr mehr über Maggie und ihre tolle Arbeit erfahren möchtet, dann schaut gerne auf ihrem Instagram-Kanal oder ihrer Homepage vorbei.

2 Comments

  • Dietrich Bachmann

    Ich wusste nicht, dass hormonfreie Verhütung gut für die Schilddrüsenhormonbalance ist. Es ist immer hilfreich, wenn man etwas von Experten lernen kann. Meine Frau und ich haben auch über Goldspirale gehört. Ich werde diesen Artikel mit meiner Frau teilen.

    • Hannah

      Hallo Dietrich,

      danke für dein Feedback.

      Ja hier gibt es tatsächlich noch viel Aufklärungsbedarf, was die Hormone und den Zusammenhang zur Schilddrüse angeht. Toll, dass auch Männer anfangen, sich mit dem Thema zu beschäftigen!

      Die Goldspirale hatte ich nach der Pille selbst auch für ca. 4 Jahre verwendet. Sie besteht aus Kupfer und Gold, die kontinuierlich als Ionen abgegeben werden. Sie haben keine direkt hormonelle Wirkung, aber es gibt Vermutungen, dass durch den lokalen Überfluss an Kupfer ein Ungleichgewicht an Zink entstehen kann und damit eine östrogenhaltige Wirkung eintritt (also auch hormonell wirkt). Hier ist die Forschung aber noch nicht so weit. Es lohnt sich auf jeden Fall auch mal tiefer in das Thema NFP, wie von Maggie oben beschrieben, einzusteigen.

      Beste Grüße aus Bremen,
      Hannah

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